Wiedersehen.

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Guten morgen, guten Abend oder auch guten Appetitt zum Mittagessen, ich weiß nicht mehr was ich schrieben soll und check bei der Zeitverschiebung auch nicht mehr wirklich durch 😀

Mittlerweile lesen nicht nur die Familie und Freunde aus Deutschland unseren Blog. Viele, die wir unterwegs kennengelernt haben und jetzt in anderen Ländern in verschiedenen Zeitzonen reisen, lesen unseren Blog regelmäßig, was uns natürlich sehr freut. Grüße an dieser Stelle auch an Sophie und Hoyer, zwei sehr guten Freunden von mir, die vorgestern ihr Reiseabenteuer in Sri Lanka gestartet haben. Genießt die Zeit und kommt mit vielen Geschichten wieder gesund heim!

Die letzten 2 Wochen waren voller Begegnungen mit Einheimischen, Wiedersehen von Freunden und ganz vielen ganz coolen Erfahrungen.

Nachdem ich wieder in Vancouver gelandet bin, bin ich nach ziemlich genau 2 Monaten wieder genau an der selben Stelle, wo wir unsere Reise gemeinsam gestartet haben. Nämlich in dem Haus der netten Familie Dresselhuis, die ich sehr spontan angeschrieben habe, da Ferry mich erst in 2 Tagen abholt. Er hat nicht damit gerechnet, dass ich mein Flug doch nicht verlängere. (In Hawaii gabs gegen Ende mehrere Probleme, da ich einen Laptop dort bestellt habe, es aber Lieferprobleme gab und ich zuerst meinen Flug nach hinten verschieben wollte. Viel ärger um nichts. Naja egal.)

Was mir bei der Familie gelungen ist, ist rekordverdächtig. Da mein Flug nach Vancouver in der Nacht war und ich im Flugzeug absolut nicht schlafen konnte, war ich so Müde, dass ich länger als einen ganzen Tag schlief. Sprich 27 Stunden am Stück!!! Das muss man sich mal vorstellen 😀  So kam es, dass ich erst mit Ferry zusammen den Vater der Familie begrüßte.

Es gab viel zu erzählen und so blieben wir noch ein paar Tage bei der Familie, was uns beiden sehr gut tat, da wir beide gesundheitlich (trotz 27h Schlaf) nicht ganz auf der Höhe waren. Wir trafen uns in diesen Tagen auch mit Giulia und Lucas (den beiden Deutschen, die wir ein Monat zuvor in Kelowna im Hostel kennengelernt haben und seit dem Kontakt halten) in Giulias WG in Vancouver, um zusammen schwäbische Käsespätzla zu machen. Das war ein sehr cooles Wiedersehen, da wir uns allen viel zu erzählen hatten. Man glaubt gar nicht, was man in einem Monat alles erlebt. Da könnte man Bücher füllen.

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Nachdem wir unser Wiedersehen würdig zelebriert hatten, gings am nächsten Tag weiter in Richtung unserem Job im Skigebiet, in dem wir den nächsten Winter verbringen werden. Das heißt, es ging wieder einmal mit der Fähre nach Vancouver Island, wo wir die erste Nacht auf einem altbekannten Parkplatz verbringen. Am nächsten Tag stehen wir nach dem Ölwechsel unserer Rudis gerade am Meer, essen Eis vom Walmart und Ferry sagt:“ Man, wie geil wäre es eigentlich jetzt ein Kayak zu haben, um zu den Inseln da drüben zu paddeln.“ Ich stimme dem sofort zu und wir beide haben ein Kopfkino, wie wir bei dem herrlichen Sonnenschein auf dem Meer, in Richtung diese Inseln paddeln. Erfolgscoaches würden sagen wir haben unser Ziel visualisiert. Also rein in unseren Rudi und auf zum nächsten Walmart, in denen Kayaks leider ausverkauft waren. Aber davon ließen wir uns nicht unterkriegen, sodass wir uns noch am selben Tag stolze Besitzer eines blaues 2-Mann Kayaks nennen können.

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Die Frau aus dem Laden, den wir ganz durch Zufall entdeckt haben, hat wohl noch nie so schnell ein Kayak verkauft, nach ihrem Blick her zu urteilen. Voller Enthusiasmus und Motivation paddeln wir noch am selben Tag (leider nicht im Meer) auf einem nahe gelegenen See und schauen den Sonnenuntergang vom Wasser aus an.

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Was für ein geiles Gefühl ein eigenes Kayak zu besitzen, wodurch man noch mehr Freiheiten als sonst schon hat, Dinge zu erkunden. Nächstes Jahr werden alle Seen und Flüsse in den Rockies und an der Westküste von Amerika unsicher gemacht.

Wir fahren also am nächsten Tag sehr voll beladen nach Courtenay, ein Dorf von Cumberland entfernt. In Cumberland steht unser Hostel, in dem wir den nächsten Monat verbringen. In Courtenay regenet es die nächsten Tage fast durchgehend durch. Trotzdem kayaken wir in einer Regenpause auf dem Meer und sehen Robben, die uns amüsiert beobachten. Außerdem machen wir eine Erfahrung mit einem Polizisten aus Courtenay (dem wohl einzigen Fahrradpolizisten in der Gegend), der uns beim Kayaken auf dem, durch Courtenay führenden Fluss, beobachtet. Wir dürfen nicht mehr auf dem Fluss oder See fahren, bis wir uns Rettungswesten und gewisse andere Sicherheitsgegenstände zugelegt haben. Wir stellen uns auf dumme Touristen, sodass wir sogar ein kurzes unterhaltsames Gespräch mit dem Polizisten haben. (kann man Polizisten auf Fahrrädern überhaupt Polizisten nennen :D). Wir schlafen nun seid 3 Tagen auf dem Walmartparkplatz und haben seit der Familie in Vancouver nicht mehr geduscht, was selbst für unsere Verhältnisse sehr eklig ist. Glücklicherweise lernen wir beim Kaufen unserer Skiausrüstung in einem Gebrauchtwarenladen, die Kassiererin kennen, der auch zufällig der Laden gehört. Sie läd uns sofort auf ihr Grundstück ein.

Nachdem wir unsere Skiausrüstung inklusive neuen Ski´s (Wir sind grad das Geld nur so am Rausschmeißen) gekauft haben,

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gehen wir also zur Kassiererin namens Selinas nach Hause, die uns sofort einlädt in ihrem Airstream zu schlafen. WOW! Damit haben wir nicht gerechnet. Wir dachten, dass wir nur unser Auto dort abstellen können, aber im Auto schlafen müssen. Darüber sind wir also mehr als dankbar, da im Airstream ein großes Bett mit sehr bequemer Matratze steht und dort sehr viel mehr Platz ist, als in unserem Rudi. Der Airstream (wie ein Oldschool Campervan) ähnelt sehr stark dem aus dem Film: „Into the wild“.

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Wer den Film nicht kennt, eindeutige Filmempfehlung! Wir lernen die Familie und auch die sehr netten Travel-Franzosen näher kennen, die „Work for Stay“ bei der Familie machen. (Work for Stay=Du arbeitest ein bisschen, wo Hilfe benötigt wird und bekommst dafür eine kostenlose Unterkunft.)

Abends werden die Rätsel von Opa Emil ausgepackt, mit denen und anderen Spielen der Abend schnell rumgeht. Ein sehr gelungener Abend an dem uns Bodhi, der Sohn der zwei, auch noch eine kleine Zauberaufführung vorführt und uns bottleflopping zeigt.

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Erwähnenswert an dieser Stelle ist, was Kody in seinem Alter schon alles kann (ich schätze ihn so auf 12). Der Grund hierfür ist, dass es bei der Familie kein Wlan gibt. Generell kein Internet. Ja ihr habt richtig gehört. Es gibt Leute da draußen die ohne Youtube und Netflix etc. überleben. Abends wird halt statt Fernsehen, Gitarre gespielt, Freunde eingeladen oder einfach Spiele am Tisch gespielt. Daran konnte ich mich gewöhnen. Die Familie hat einfach Freude an allen möglichen sportlichen Tätigkeiten in der Natur und ist für mich sowas wie, die Vorbildfamilie geworden ist.

Nach mehreren Tagen im Airstream gehts dann auch schon zum Hostel nicht sehr weit von der Familie entfernt.
Es ist der 28. November, an dem wir in Cumberland ankommen und noch bevor wir überhaupt im Hostel einchecken zum nahegelegenen Comox Lake fahren, um dort den See mit unserem Kayak zu erkunden.
Der See ist größer als gedacht und das Wetter der Oberhammer, sodass wir komplett auf die andere Seite fahren, was nicht grade ungefährlich ist. Auf unserer Erkundungstour frieren uns zwar fast die Hände ab, aber die atemberaubende Sicht vom gegenüberliegenden Ufer zu den Bergen und den dahinterliegendem Gletscher ist alle abgefrorenen Finger wert!

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Angekommen im Hostel sind wir erstmal sehr froh über Luxus wie Küche, Klo und vor allem fließendes warmes Wasser. Unglaublich wie man sich über so alltägliche Dinge freuen kann. Außerdem hat das Hostel einen riesen Aufenthaltsraum mit einem Billiardtisch und Dartscheibe. Einfach perfekt.  Wir lernen gleich mehrere Leute dort kennen. Dort sind viele Australier, natürlich ein paar Deutsche (die sind überall, wirklich überall) und auch Leute von Canada, die aber alle gemeinsam ein Ziel haben. Kohle machen im Skigebiet, und vor allem Skifahren und Snowbarden, generell das Schneeerlebnis auf dem Berg genießen! Den alle von hier arbeiten dort in den unterschiedlichsten Abteilungen von Skilehreren bis zu den Lifties. Genau , das ist unser Job, der zuerst mit einer Woche Training anfängt.
Also sitzen wir ein paar Tage später im herrlichen Schneebedeckten Skigebiet im Klassenzimmer unter dem Almrestaurant. Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Jahr die Schulbank drücken. Aber könnte definitv schlimmer sein. Wir werden dafür bezahlt und können noch die schöne Aussicht genießen.

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Der Job entlarvt sich als einen Job, der mehr Verantwortungsbewusstsein voraussetzt, als wir vorerst dachten. Die Gemeinschaft der ganzen Truppe von über 80 Leuten ist sehr cool und wir sind gespannt wie das richtige Arbeiten wird. Haben bestimmt nach einer Woche keinen Bock mehr ;D.

Die Gemeinschaft im Hostel erinnert an ein Schullandheim, nur mit weit mehr Möglichkeiten und Freiheiten und wir sind froh hier gelandet zu sein.

Tag 5 unseres Trainings. Langsam gewöhnt man sich auch wieder ans frühere Aufstehen nach über 3 Monaten chillen und reisen. Wir sind jetzt ausgebildetete Lift Operators und haben unsere Prüfung bestanden.

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Nun habe ich 2 Tage frei die ich eigentlich chillig im Hostel verbringen wollte. Aber da Lucas und Rick (lernten beide in Kelowna im Hostel kennen, die jetzt auch hier arbeiten) einen Freund in Tofino besuchen wollen und noch Platz im Auto haben, bin ich also schon wieder auf dem Weg zu der Surferstadt von Hawaii, über den wir schon einen anderen Blogeintrag geschrieben haben. –> http://project-backpack.com/swimming-and-surfing-in-tofino/
Die Natur auf dem Weg dorthin ist so der Hammer, dass wir mehrmals unterwegs stoppen müssen, um Bilder zu machen.

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Nicht nur Bilder, den ich bin seit 2 Tagen im Besitz einer Drohne, mit der wir unglaublich geile Videoaufnahmen machen können. Hier ein paar Bilder, um sich das ganze ein bisschen vorstellen zu können. Ihr könnt gespannt sein auf die Aufnahmen, die ich hochladen werde, sobald ich mal Zeit finde ein Video zu schneiden.

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In Tofino gehen wir abends zusammen mit Felix (der Freund der beiden), in eine Karaokebar, sodass wir einen sehr unterhaltsamen Abend hatten! Am nächsten Morgen schauen wir Tofino an, gehen surfen und im arschkalten Meer baden und fliegen sehr oft mit der Drohne. Felix ist auch ein deutscher Backpacker, der sich einen Job in einem 5 Sterne Hotel direkt am Strand gesichert hat.
Der 1-Tag Tofino Roadtrip war vieeel zu kurz, um alles mitzunehmen und das obwohl ich schon dort war.  So sitze ich jetzt im Auto auf dem Rückweg zum Hostel und schreibe den Blog. Morgen wird gearbeitet. Schon witzig heute gesurft, morgen wird Ski gefahren. Kanada wächst mir immer mehr ans Herz.
Ich bin gespannt was mich morgen erwartet und Ferry und ich halten euch alle auf dem Laufenden, was bei uns im nächsten Kapitel unseres Abenteuers abgeht, dem Arbeiten. Achso und weihnachtlich ist es mittlerweile auch. Hier ein Bild vom Weihnachtsbaum in unserem Hostel:

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2 thoughts on “Wiedersehen.

  • Martin Coenen

    Hallo Ferry,
    jetzt hat Euch wohl das „richtige“ Leben erwischt. Wenn ich Eure Blogabstinenz richtig deute, nimmt Euch das Arbeitsleben als Liftboy anscheinend voll in Anspruch.
    Lasst mal wieder was von Euch hören, ich freue mich auf alle Eure Beiträge.

    Lieben Gruß

    Martin

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    • Florian Wenk

      Ja, sind in einem Alltag angekommen, der sehr viel zu bieten hat, sodass wir gar keine Zeit mehr dafür hatten aber wir haben uns vorgenommen in der nächsten Woche wieder Content zu bringen. Bald geht die Reise weiter 😉

      Antworten

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