Trauriger Abschied – Raus aus dem gewohnten Alltag und rein ins Abenteuer

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Hey Leute, 

melden uns mal wieder, diesmal aber nicht mehr aus Kanada.

Seither ist noch sehr viel passiert in Cumberland, unserem mittlerweile zur Heimat gewordenen Lieblingsdorf auf Vancouver Island. Jetzt, wo die Zeit hier immer schneller werdend abläuft, da wir die Weiterreise auf Anfang März festgelegt haben, wird uns allmählich bewusst wie spektakulär unsere dreieinhalb Monate hier waren. Die geile Zeit hier ist aufjedenfall den ganzen Menschen von überall auf der Welt anzurechnen, die wir hier kennenlernen durften und die uns alle sehr ans Herz gewachsen sind. Das war mit Sicherheit nicht das letzte Mal das man sich sieht.

Einer der besonderen Highlights von mir in dem letzten Monat war der Roadtrip mir Riku, Lukas, Callum und Jake nach Tofino für 3 Tage. In den Tagen dort waren wir auf bis zu 5 Meter hohen Wellen surfen (haben uns eher rumschleudern lassen). Wir sind mit einem Wassertaxi zu einer benachbarten Insel gefahren, um eine ganz besondere Wanderung durch Regenwälder zu machen, mit anschließender gigantischen Aussicht vom Gipfel der Insel über die Inseln rund um Tofino. Außerdem feierten wir auf dem Strand, und danach im Bus von Jake und Callum weiter.(Australier, die für 2 Jahre mit einen selbst umgebauten kleinen Schulbus rumfahren). Da wir alle ein bisschen viel getrunken hatten und wir auf dem Parkplatz in einem Zelt gepennt haben, schliefen wir viel zu lang. Morgens oder eher mittags weckte uns dann der Parkranger, da wir uns in einem Statepark aufhielten und campen dort verboten ist. Aber ist zum Glück nochmal gut gegangen, da irgendwie alle Kanadier sehr positiv auf Deutsche reagieren. Meistens liegt es daran, das jeder Bekannte oder Verwandte in Deutschland hat ( Wirklich nahezu jeder den wir hier kennenlernen durften). Hier das kurze Video zum Roadtrip in Tofino.

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Ein weiteres Highlight war der „80s“ Mottotag, an dem wir während unserer Arbeit als Liftie 80`s style Klamotten trugen und jede Menge Spaß während der Arbeit und danach beim Hotdogs essen hatten, was uns von unseren Chefs spendiert wurde. Auch beim Skifahren auf der Piste, waren wir in unseren Kostümen aufjdenfall ein Hingucker.

 

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Kein Wunder, das unsere Abteilung (Lifties) den Mottotags gewann.  Mein Anzug war so eng, dass ich nichteinmal richtig darin atmen konnte.

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Da sieht Ferries Anzug deutlich angenehmer aus. Nie wieder etwas kaufen ohne es vorher im Laden anzuprobieren! Hab meine Lektion gelernt. An dem Tag habe ich noch nicht gerechnet, dass dies mein letzter Arbeitstag war. Eigentlich hätte ich noch 1 Woche länger gearbeitet bis zu dem 4 März.

Abends waren wir noch bei Freunden, die auf dem Berg oben wohnen, feiern. Gut angeheitert gings danach mit Skiern auf den Berg zum Nachtskifahren mit Flutlicht. Doch dann passierte es. 

Wir sind gerade einmal 2 mal gefahren, als ein Kumpel, der nicht gerade der kleinste und leichteste ist, mit seinem Board an meinen Skis verkantet und ganz unspektakulär von der Seite auf mich drauffällt. Wir waren nichteinmal schnell, doch er landete sehr unglücklich auf meinem linken Bein, sodass es 2 mal laut knackte und ich mit schmerzverzerrtem Gesich bewegungslos auf dem Boden liegen blieb. Wir waren eine recht große Gruppe von „Lifties“, sodass niemand wirklich Notiz davon nahm und mich einige noch mit Schnee einstaubten.  Da ich aber liegen blieb und keinen Mucks mehr von mir gab, wurden sofort die Pistensanitäter kontaktiert, die mich nach kurzer Inspektion mit dem Schlitten zum Sanitätshaus brachten.

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Das alles klingt sehr viel weniger dramatisch, als es in diesem Moment war. Mir ging nur im Kopf herum, dass das das Ende unserer oder zumindest meiner Reise war und auch Ferry stand das Entsetzen im Gesicht geschrieben, der vom Sanitäter nur ein Kopf schütteln als Antwort auf die Frage, ob ich denn bald wieder startklar wäre, bekam. Der Schmerz war sehr stark und ich dachte sofort, dass ich mir wieder, wie das Jahr zuvor, das Knie gebrochen habe. Dieser Vorfall war mit 6 Monaten Krückenlaufen und 2 großen Ops

und und und verbunden war. Das absolute Aus, wenn man vorhat zu reisen. Dafür braucht man einfach 2 gesunde Beine. Und die Planungen für die Reise durch die USA mit vielen Nationalparks war schon voll in Planung. Und das letzte was man in einem Nationalpark will ist, mit Krücken den Leuten nachschauen, die mit Wanderausrüstung an einem vorbeimarschieren.

Aber die Hoffung nicht aufgegeben und sehr optimistisch, dass es nicht ganz so schlimm ist, wie letztes Jahr, gehe ich am nächsten Tag ins nächstgelegene Krankenhaus , die nur Röntgenbilder von Knie und Fußgelenk machen, mit der Diagnose, dass es irgendwas mit den Bändern zu tun haben muss (danke nochmals an Lucas fürs fahren). Also hilft nur abwarten und beten, dass es schnell heilt.

Was ich danach tat und ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass meine Einstellung und meine Visionen im Kopf, pünktlich in unser neues Abenteuer zu starten, meine ganzen Selbstheilungskräfte in Gang gesetzt haben und es tatsächlich von Tag zu Tag besser wurde. Das sage ich an dieser Stelle nicht, um anzugeben, sondern um diejenigen zu inspirieren, die gerade mit irgenwelchen körperlichen Schäden zu kämpfen haben. Wir können vergangenes nicht ungeschehen machen. Wir haben aber zu 100 Prozent Entscheidungsgewalt darüber wie wir auf die Situation, oder wie man anfangs meint Ungerechtigkeit, zu reagieren. Und wenn man die Situation als Geschenk annimmt, als etwas was passieren musste, damit andere Bereiche wieder ins Lot geraten können, wird man dankbar und es passieren Wunder. Kann man jetzt glauben oder nicht, aber ich bin mir sicher, dass es dazu Studien gibt!

Naja, aufjedenfall war erstmal viel Bettruhe angesagt, wodurch ich nochmal alle Vorzüge des Hostels ausnutzen und genießen konnte. Außerdem konnte ich mir Essen von anderen ans Bett bringen lassen… Auch nicht schlecht oder? Ferry war in der Zeit natürlich weiterhin treu arbeiten.

Am 2. März mussten wir aus dem Hostel raus und es fiel uns sehr schwer, das Hostel, welches unsere Heimat in der Zeit geworden war hinter uns zu lassen. Außerdem wird noch das Auto ausgeräumt und geputzt, was bitter nötig war. Wir waren nach der Inventur sehr überrascht, wie viel Stauraum unserer „Rudi“ hat. Also wird schnell noch umgezogen zu unserem deutschen Freund namens Felix, der coolste Typ überhaupt, der sich einen Tag später wie ich, im Park, beim Snowboarden, das Schlüsselbein gebrochen und 5 Rippen angebrochen hat.

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Heftig allerdings, dass er über eine Woche auf seine Op warten muss, da ihm gesagt wurde, dass der Arzt noch im Urlaub ist und die 5 angebrochenen Rippen einfach übersehen wurden. (Wurde ihm dann, von seinem deutschen Freund,der in einem Krankenhaus arbeitet und dem er die Bilder zuschickte, gesagt). Tja Leute, seid dankbar über das deutsche System!

3 Tage später ziehen wir nocheinmal um, zu anderen sehr guten deutschen Freunden (Pia, Valentin und Angela), bei denen wir weitere 3 Nächte auf einer sehr bequemen großen Matratze im warmen pennen dürfen, bevor es wieder in unseren kleinen „Rudi“ hinaus in die Kälte geht. Also genießen wir jede einzelne Minute dort, mit all den wunderbaren Menschen und müssen uns dann zum allerletzten mal verabschieden.

Es wurde sogar eine Abschiedsparty für uns im Cona Hostel geschmissen, an der so ziemlich alle Lifties (zwischen 60-80 Leute) anwesend waren und ausgiebig gefeiert wurde. Ein ehrenwertes Abschiedsfest für eine überragende Zeit, von der man sich nur ganz schwer verabschieden kann. Ach übrigens, in demselben Hostel hat mir eine Freundin ein sehr cooles Tattoo im altmodischen Stil (Nadel und Tinte) aufs Bein gestochen, was nicht gerade mit wenig Schmerzen verbunden war, da man dabei öfter über die selbe Stelle stechen muss, damit ein Strich auch dunkel wird.

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So werde ich mich mein Leben lang garantiert an diese Zeit erinnern und garantiert nicht mehr vergessen. Übrigens, meine Mutter hats gefeiert. Weitere erwähnenswerte Aktionen waren das von Zac (unserem Supervisor) organisiertem grillen und Party in einem alten verlassenen Skigebiet, die letzte Party in der Brauerei und natürlich die ganz vielen sehr witzigen Momente und Erinnerungen mit den Leuten aus dem Riding Fool Hostel. Dazu habe ich fast 3 Tage an einem fast 30 minütigem Video gesessen. Link hier (teilweise nicht ganz Jugendfrei :D)

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Es geht am Morgen dem 10. März das allerletzte mal zu unserem alten Hostel zurück, um unser dort abgestelltes Kayak abzuholen und aufs Auto zu montieren, als es uns plötzlich ganz anders wird, als wir eine Öllache unter dem Auto bemerken. Gar kein gutes Zeichen und auch das Gefühl nach mehrmaligem umparken und beobachten macht es nicht besser. Gerade jetzt, als wir aufbrechen wollen.

Wir riskieren es trotzdem und fahren Richtung Süden, um in Victoria die Fähre nach Amerika zu nehmen. Doch bevor wir die Fähre nehmen gehen wir in eine Werkstatt in Vicoria, in der uns nach nur 2 Minuten drüber-oder eher drunterschauen nur gesagt wird: „Keep on travelling. (reist einfach weiter, ihr habt bloß ein paar Löcher da unten“, was uns zwar ein bisschen Erleichterung beschert aber kein Gefühl von, “ Jawoohl, das Land der Unbegrenzten Möglichkeiten kann kommen!“ Wir sind mehr als bereit aber unser Auto nicht zu 100%. Doch wir nehmen noch am selben Tag die Fähre in das nächste Abenteuer.

Ob unser „Rudi“ noch läuft und wie es um mein Bein steht, erfahrt ihr im nächsten Blogeintrag…

 

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