Kauai – ab in den richtigen Jungle

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Da sitze ich nun, genau einen Monat später, wieder im Flugzeug, das mich hoffentlich wieder gut nach Canada zurückbringen wird und schreibe meinen letzten Hawaii Blog. Ein Monat in dem so viel war, so viele verschiedene Facetten hatte, Höhen und Tiefen, besondere Momente,Erfahrungen und Begegnungen, die ich nie wieder vergessen werde. Was ich in der letzten Woche auf Hawaii so getrieben habe erfahrt ihr jetzt.

Nachdem Jens und ich nach einer Stunde Flugzeit auf Kauai ankommen, fahren wir, nachdem wir unser Mietauto geholt haben, zuerst an den Strand um eine Runde zu schlafen da die Nacht ziemlich kurz war.

Erster Eindruck von Kauai: Grüner (heißt nicht umsonst GardenIsland) viel weniger Touristen und somit auch viel weniger Verkehr.  Also ganz nach meinem Geschmack. Nach dem Nickerchen treffen wir uns mit dem Coachsurfing Host, bei dem Jens übers Wochenende bleiben wird. Olivia, der Host, zeigt uns gleich zu Beginn „ship rex“, eine Klippe von der sich Mutige ca. 10-12 Meter ins Wasser stürzen können,  was wir natürlich nicht beim „können“ belassen. Dazu fällt mir ein, dass ich hier auf Reisen so gut wie keine Konjunktive mehr verwende. Entweder ich tue etwas oder eben nicht. Es gibt kein könnte, wäre, hätte.
Leider fließt kurze Zeit später das Blut aus meinem Zehen und Finger. Zwar nicht vom Sprung aber durch sehr scharfe Steine gegen die man durch die hohen Wellen gedrückt wird. Aber wie heißt es so schön, was einen nicht umbringt, macht einen nur härter oder nur die Harten kommen in Garten.
Weitere Highlights an diesem Tag sind der Waimea Canyon, der auch Grand Canyon des Pazifiks genannt. Warum seht ihr hier!
Ein wahrer Abenteuerspielplatz für mein kindliches Verlangen überall herumzuhüpfen.

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Danach fahren wir zu einem besonderen Platz am Strand. Davor müssen wir jedoch mehrere Kilometer auf einer kanadähnlichen dirtroad fahren um zu diesem speziellen Platz zu kommen. Zum Glück hatte ich dafür schon Übung aus Canada.  Trotz einer gefühlten Gehirnschwellung und tausenden Schlaglöchern die dem Mietauto bestimmt nicht gutgetan haben, war es dass absolut wert, da wir einen Sonnenuntergang sehen, der so spektakulär ist, dass selbst Olivia, das local girl,  beeindruckt ist. (und die schaut sich viele Sonnenuntergänge an). Für mich der schönste Sonneruntergang meines Lebens. So ein richtiger Gänsehautmoment, an dem man einfach weiß, man ist genau richtig wo man ist und lebt im „Flow“ mit sich und der Umwelt.

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Nach Abschluss dieses ersten Tages weiß ich dass die Entscheidung auf eine andere Insel zu fliegen eine sehr gute war, was auch dadurch bestärkt wird, dass wir beide über die nächste Woche ein Dach, ein richtiges Bett, Dusche und Küche besitzen, da wir uns sofort sehr gut mit Olivia verstanden und sie uns somit zu sich eingeladen hat, bei ihr für diese Woche zu wohnen.

Den nächsten Tag gehen wir sehr gelassen an, schlafen lange aus und nachdem wir uns aufgerappelt haben, schauen wir uns einen Wasserfall ganz in der Nähe an.

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Auf dem Weg dorthin pflücken wir eine Kokosnuss. Frischer gehts wirklich nicht. Und die liegen hier zu Bergen rum. Außerdem entdecken wir in dem Garten von Olivia einen Avocadobaum und können unser Glück gar nicht fassen. Rießen Avocados, die 5mal so groß sind wie in Deutschland liegen hier einfach im Garten herum und verfaulen.
Als Schwabe kann ich das nicht zulassen und somit werden sie von mir natürlich gleich gerettet.

Papayas und Avocados, Zitronen und die Passionsfrucht können hier vermutlich verglichen werden mit Äpfel bei uns.
Für einen wie mich, der Früchte über alles liebt und lange nichts gesundes mehr hatte, das Paradies!

Witzig war noch die Situation, als ich mit dem, für Gehbehinderte Menschen gedachten, elektrischen Fahrzeug im Supermarkt herum gefahren bin, wodurch ich einige böse Blicke auf mich nehmen musste.

Am heutigen Tag steht wieder mehr auf dem Programm. Deswegen leihen wir ein SUP (Stand-Up-Paddle) board und ein einmann Kajak aus, mit denen wir den Wailua River entlang fahren, was extrem viel Spaß macht und sich anfühlt als wären wir in einer anderen Zeit. Wer den Film Jurassic Park Park kennt, hier siehts genauso aus.

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Wir entdecken auf dem Weg ein Rope Swing, also ein, an einem Baum befestigtes Seil, mit dem man ins Wasser schwingen kann und haben dabei sogar noch Zuschauer.

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Nach ein paar Stunden und einer ganzen Menge Paddelschlägen und faxen auf dem SUP-board weiter, wandern wir anderthalb Stunden im sehr schwülen Jungle zu einem atemberaubenden Wasserfall, unter dem wir uns sofort abkühlen.

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Wer noch nie unter einem Wasserfall gestanden ist, die Kraft des fallenden Wassers ist unglaublich stark, sodass man denkt man hat eine Akupunkturbehandlung. Nach der Massage unter dem Wasserfall gehts wieder zurück zu Olivia, die ziemlich angepisst wirkt. Aber daran haben wir uns schon gewöhnt, dass sie extreme Stimmungschwankungen hat und sofort beleidigt ist, wenn wir nicht genau das tun, was sie uns vorschlägt. Trotzdem fahren wir zusammen zum Strand, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Da ich aber noch zuviel Energie verspüre, jogge ich 10Km den Strand entlang und mache unterwegs den allerhöchsten Backflip, den ich je gemacht hab. Es waren so an die 2,5 bis 3 Meter.

Ganz oft erwische ich mich selber dabei, wie mir  gar nicht ganz bewusst ist, dass ich in Hawaii bin. Man gewöhnt sich so schnell an Umstände sodass ich mich ab und zu zwicken muss, damit ich weiß, dass ich nicht träume und hier alles real ist. Wer mal auf Reisen war, kann das vermutlich nachvollziehen. Wenn nicht bin ich einfach n komischer typ 😀

Schon sehr früh gehts am nächsten Morgen, zusammen mit Olivia und Jens, zu einem kleinen Fluss mit Rope Swing.

Das Wetter ist herrlich und so beschließen wir, (nur Jens und ich, da Olivia noch arbeiten muss) auf die andere Seite der Insel zu fahren, um den Kalalau Trail an der Napali Coast zu gehen. Wer dort noch nie war, wird sicher dahin gehen wollen, wenn ihr das in Google eingibt.
Der Kalalau Trail ist ein 18 km langer anspruchsvoller Wanderweg (eigentlich mit Übernachtung am Strand) , für den man leider ein Permit braucht, was Geld kostet und zu unserer Zeit leider schon voll belegt war. Also wandern wir nur das erste Stück davon, welches aber auch schon so schön ist, dass man am liebsten den Moment anhalten will. Auf Bildern ist es nicht annähernd so spektakulär wie in echt, aber hier ein paar Einblicke.

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Wenn ich ein Video von Hawaii fertig geschnitten habe, werden einige Videos von diesem Trail zu sehen sein, da ich mit Filme machen dort ziemlich eskaliert bin.
Nach diesem Erlebnis fahren wir noch an einer Klippe vorbei , an der die Gischt der 8-10Meter Wellen ziemlich cool hochspritzt.

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Am nächsten Morgen stehen wir um 5 Uhr auf, um den Sonnenaufgang am Strand zu erleben.
Danach werden wir von Olivia an ihren Traumstrand geführt, der wirklich nicht zu viel verspricht. Einen schöneren Strand hätte ich mir im Traum auch nicht vorstellen können. Keine Menschen, sehr feiner Sand und Palmen die über den Strand ragen. Eine Kulisse, wie aus einem Film.

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Kein Wunder, dass dieser Strandabschnitt dem Schauspieler Will Smith gehört, der direkt dahinter ein riesen Grundstück mit Ferienresidenz daurauf besitzt. Traurig, das so ein Anwesen nicht dauerhaft bewohnt ist. Aber dafür schau ich mich dort verbotenerweise ein bisschen um. Aber hätte ja sein können, dass er grade da ist. Dann hätte ich ihn überzeugen können, dass ich ein guter Housekeeper bin (nicht) und auf sein Haus aufpassen könnte so lange er weg ist.
Danach erkunden Jens und ich noch die Gegend auf der anderen Inselseite. Gehen zu Queens Bath, das sind Pools, in denen man bei einem weniger hohen Wellengang schwimmen gehen kann. Die Wellen sind aber an diesem Tag so zerstörerisch hoch, dass die Gischt sogar weit über die 15 Meter hohen Klippen spritzt. Bei einem Versuch ein cooles Bild mit der Gischt im Hintergrund zu machen, wird Jens von dem herunterfallenden Wasser erfasst, wodurch er stark nach hinten geschleudert wird und sofort an mehreren Stellen blutet. Man glaubt nicht was für eine Kraft das Wasser in Bewegung hat, bis man es selbst erlebt hat. Nachdem er verarztet war reicht das für den heutigen Tag und wir fahren zu Olivias Haus. Aproppo es gab keinen einzigen Tag an dem Jens nicht geblutet hat, seit wir zusammen reisen. (Liegt das etwa an mir) Er wird als Lehrer aufjedenfall sehr coole Geschichten zu erzählen haben.

Ich springe am nächsten Tag von einer ca. 14 Meter hohen Klippe ins Wasser, was mir einen unglaublich guten Kick gibt und mein Adrenalinpegel wieder hochschnellen lässt. Ich habe mich in den letzten Tagen so an Adrenalin gewöhnt, dass ich hoffe, dass es mir nicht langweilig wird, wenn ich nicht mehr Klippenspringen kann. Ich habe das in den letzten Tagen echt lieb gewonnen. Klar, man muss vorher abchecken, ob das Wasser tief genug ist und ich würde auch nicht springen, wenn ich nicht wüsste, das vor mir auch noch andere Verrückte gesprungen sind, aber ansonsten machts einfach nur Spaß.

Am letzen vollen Tag in Kauai wandern wir alle zusammen zu einem tief im Jungle liegenden Wasserfall. Oder soll ich sagen 2 Wasserfälle übereinander. Der Weg dorthin ist es schon wert dorthin zu laufen. Wir laufen durch Wälder voll mit Bambus, müssen mehrmals den Fluss überqueren, essen frische Passionsfrüchte, die hier überall am Weg wachsen und verlaufen uns öftes im Jungle aber kommen letztendlich doch noch an. Der Wasserfall liegt mitten in einer sehr hohen Schlucht, wodurch er auf das Podest mit den Top 3 Wasserfällen, die ich je gesehen habe kommt.

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Nach einem kleinen Fotoshooting und Kletteraktionen, gehts dann auch schon wieder zurück, wo es das letzte Mal Pizza gibt. Jetzt haben wir an 5 von 7 Tagen selbstgemachte Pizza gegessen und es schmeckt noch genauso gut wie an ersten Tag. Die Tage hier auf Kauai sind so schnell umgegangen und ich bereue ein bisschen, nicht länger auf Kauai gewesen zu sein, weil diese Insel nochmals schöner ist, als die Erste auf der ich war und viel weniger Touristen auf ihr sind. Aber ich werde nochmals nach Hawaii kommen und dann länger in Kauai bleiben.
Nach der traurigen Verabschiedung von Jens und Olivia (Jens wird bis Anfang Dezember auf Hawaii bleiben) fliege ich wieder alleine nach Oahu. Danke für die geile Zeit mit euch, für die vielen verrückten Hikes, Wasserfälle, Klippensprünge, vergossenes Blut und zu guter letzt euren Humor, sodass wir viel zu lachen hatten! Und vor allem, das ich richtig geile Momente mit jemanden teilen konnte, was ich die ersten Wochen auf Oahu nicht wirklich hatte. Danke dafür und weiterhin ne gute Reise mit vielen Abenteuern auf Hawaii, Südamerika und Afrika 😉 Die letzten 2 Tage auf Oahu gehen sehr schnell herum und meinen letzten Tag verbringe ich bei einer Familie, die ihr Haus zu einem Studentenwohnheim umfunktioniert haben. Dank Larissa, einer guten Schulfreundin von mir, die auch auf Hawaii war und dort für ein halbes Jahr gewohnt hat, habe ich den witzigen und netten Jamie (Schweizer) kennengelernt, bei dem ich meine Sachen lagern konnte, die ich auf meinem Trip auf Hawaii nicht gebrauchen konnte. Danke nochmals dafür. Ich wurde sofort zum Abendessen eingeladen und den anderen Familienmitgliedern vorgestellt, die alle sehr interessante Persönlichkeiten sind. Die Oma, die noch sehr fit und gut drauf ist, ist tief gläubig, hatte schon 7 Nahtoderfahrungen und ist jetzt eine Priesterin mit vielen verschieden Aufgaben. Sie kann Menschen lesen wie ein Buch, so auch mich und meint, ich sei wie ein Licht, das andere zum Strahlen bringen kann. Wow. Was für ein Kompliment. So genieße ich die Herzlichkeit und Gastfreundlichkeit an diesem Abend sehr, das Essen ist schmeckt richtig gut und ich werde sogar zum Flughafen gefahren. Außerdem schenkt mir die Oma , die mal etwas mit Muhammend Ali hatte, 25 Dollar, einfach so.  Ein sehr würdiger Abschluss dieser besonderen Reise nach Hawaii.

Ich hätte nicht gedacht, dass es mir schwerfallen würde, wieder wegzufliegen, aber das tut es. Irgendwie hab ich auf Hawaii ein Stück Heimat gefunden. Naja, alles geht vorüber also seid dankbar dafür was ihr im Momemt besitzt.

Trotzdem freue ich mich wieder sehr auf Nächte, in denen man nicht schwitzt und ganz besonders aufs Skifahren.

Der Aloha Spirit ist jetzt ein Teil von mir, also: Keep on smiling and stay positive!

Außerdem ist die Hawaii Bildergalerie jetzt online!

2 thoughts on “Kauai – ab in den richtigen Jungle

  • Jensinho

    MAHALO!!!! Mann, Mann, Mann……sitz hier im Surfcamp und schwelge in Erinnerungen! Time of my life Junge……! P.S.: war blutfrei (zumindest größere Wehwehchen usw.) bis heute, nachdem ich beim Surfen gegen das Riff gesurft bin hahahahaha.

    Ansonsten, viel Spaß weiterhin und ich warte sehnsüchtig auf zwei Sachen: Video aus Hawaii, NEUER BLOGEINTRAG!

    Aloha 🙂

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    • Florian Wenk

      Ja, hab die Bilder gesehen ! scheint so, als dass du wieder ganz auf Abenteuerjagd bist 😀 hahahha des Blutfrei hättest besser nicht sagen sollen, aber freut mich 🙂
      Beides ist in Bearbeitung und ald geht die Reise weiter… 1 Monat und dann heißts wieder jeden Tag verrückte Sachen sehen/machen!! 😀
      Ich wünsch dir was, hau rein. Have a good one!
      Aloha

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