Abenteuerliche Inselrundfahrt mit Höhen und Tiefen…

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Aloha,

ja das sagen hier alle und ich habe gelernt dass man es für so ziemlich jedes andere Wort, welches etwas Positives vermittelt, einsetzen kann. Also perfekt für einen der noch nicht so gut Englisch spricht wie mich.

Was ich die letzten 7 Tage so gemacht habe?. Hatte viele Aloha Momente und auch Momente, in denen ich keinen Bock mehr hatte und danach trotzdem was geniales daraus wurde.

Da ich nach der ersten Woche mit vielen Surfstunden (ein paar Kurven sind jetzt schon drin)  und durch die Gegend laufen in der Stadt verbracht habe, wollte ich unbedingt wieder irgendwohin, wo es ruhiger zugeht, sprich wo einfach weniger Touristen sind. Am folgenden Tag hat mich dann einer auf Facebook (durch die Backpackergruppe) angeschrieben und gefragt ob ich lust hätte am nächsten Tag am Strand zu campen, wo keine Touristen sind und abends eine kleine Party mit Einheimischen stattfinden soll. Da denkt man gerade noch darüber nach und keinen Tag später bietet sich einem die optimale Gelegenheit. Das war meine Gelegenheit andere Leute kennenzulernen, vor allem Einheimische. Also habe ich sofort zugesagt. Juan kommt aus Singapur, wohnt hier seit 3 Jahren und möchte der Backpackerwelt etwas zurückgeben, da er auf seinen Touren um die Welt stets Menschen traf die ihn mit offenen armen empfangen haben. Keine halbe Stunde später sind wir am besagten Strand, der sehr idyllisch an der Ostküste Hawaiis liegt. Keine 20 Meter hinter uns hohe Berge, hinter denen die Serie „Lost“ und „Hawaiian fife o“ gedreht wurde, und vor uns das Meer . Er hat während der Hinfahrt, roher Fisch, Reis und Nuggets geholt, das wir uns jetzt am Strand schmecken lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass roher Fisch so gut schmecken kann. (ist hier so etwas wie eine hawaiische Spezialität) Werde ich mir aufjedenfall nochmal holen. Leider spielt der Dj heute nicht, da das Wetter tagsüber zu unbeständig war. Naja wir machens uns trotzdem gemütlich, heben ein paar Bier und Schnapsshots mit anderen und reden über Reisen und allerlei anderes.

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Am nächsten morgen weckt uns ein security Typ der meint das zelten hier verboten ist. Zum Glück sind wir mit einer Verwarnung durchgekommen da mein Reisebudget für Hawaii nicht sonderlich groß ist und ich jeden Tag auf der Suche nach Möglichkeiten bin, wie ich möglichst billig umher reisen kann.  Nach diesem Monat werde ich in Sachen sparen vermutlich meinem Vater das Wasser reichen können. Der Oberschwabe 😀

Danach gehen wir schnorcheln und  er meint ganz nebenbei zu mir: „ach da drüben schwimmen ein paar Delphine.“ Damit hätte ich nicht gerecht und so muss das Gesagte erst ein paar Sekunden ins Gehirn sickern bis ich es tatsächlich verstehe und erst dann nehme ich sie war.  Ich hätte nie gedacht, dass ich mal die Möglichkeit habe mit Delphinen zu schwimmen. Ein Unglaubliches Gefühl mit diesen glücklich aussehenden Tieren im Wasser zu sein, die absolut nicht Menschenscheu sind. Leider ging alles viel zu schnell, sodass ich vor lauter Staunen gar nichts gefilmt habe. Aber die werde ich in diesem Monat schon nochmal auf meine Gopro bekommen.

Danach meint Juan, ob ich den Lust hätte ordentlich zu Frühstücken, was ich sofort zustimmend bejahe . Keine 20 Minuten später bin ich in der Penthousesuit von ihm und vertilge hungrig mein erstes richtiges Frühstück auf Hawaii, Spiegelei mit Hühnchen, Kaffee und getoastetes Brot. Aber im Nachhinein hätte ich drauf verzichten können, da er von Anfang an die Absicht hatte, mich abzuschleppen, was mir erst bewusst wird, als er versucht mir Massageöl über die Füße zu leeren. Sofort sage ich ihm, dass ich nicht schwul bin und suche fluchtartig das Weite. Nach dem Schock mache ich es mir auf dem Strand bequem, um abzuschalten und mir kommt die Idee, eine Inselrundfahrt zu machen, um möglichst viel von Oahu zu sehen.

Gesagt, getan, so cruise ich also ein paar Stunden später mit einem vollgepackten Moped umher , was sehr viel Spaß macht (was auch daran liegt, dass es hier keine Helmpflicht gibt) und sich allein schon wegen der Aussicht vom Moped aus lohnt.

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Mein erster Stopp ist China Walls, bei dem ich den spektakulären Sonnenuntergang bestaune. Geplant ist, die nächsten 7 Tage auf verschiedenen Stränden zu schlafen, um die Kosten möglichst gering zu halten aber auch um die Abenteuerlust zu befriedigen. So fühle ich mich also, nein ich bin wie ein Obdachloser, als ich mich auf eine Wiese unter einen Baum lege, in der Hoffnung, dass mich kein Polizist sieht. Obwohl mehrere Cops auf mich leuchtend an mir vorbei fahren, beschwert sich keiner, weil sie wahrscheinlich denken:  „welcher Bescheuerte legt sich auf einen Rasen in einem Park auf Hawaii“. Aber diese Lektion musste ich erst noch lernen und so kommt es wie es kommen musste.

Beim Schreiben meines täglichen Tagebuchs spritzt mir ein starker Wasserstrahl ins Gesicht und über all meine Sachen. Das muss man sich mal vorstellen. Da liege ich seelenruhig in meinem Schlafsack und dann sowas. Ich Held hab vorher nicht geschaut, ob Sprinkleranlagen im Rasen verbaut sind. Aber so schnell war ich noch nie draußen aus dem Schlafsack. Also ziehe ich triefend nass um, auf den in unmittelbarer Nähe gelegenen Strand, der wenigstens trocken ist aber viel weniger Sichtschutz bietet. Aber das juckt mich jetzt auch nicht mehr. Ich kann die Cops beinahe lachen hören.

Ich stehe um kurz vor 6 Uhr auf, da sich um mich schon ein paar Menschen versammelt haben, die aber nicht an mir interessiert sind, sondern am spektakulären Sonnenaufgang.

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Da mein Plan, für den heutigen Tag in der Haunama Bay (berühmteste Schnorchelbucht auf Oahu) schnorcheln zu gehen scheitert, da sie Dienstags geschlossen haben, beschließe ich auf den Kokohead zu hiken. Das ist ein Hike der schnurstracksgeradeaus nach oben hin auf Treppen ansteigt.

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Oben angekommen, werde ich von einem gigantischen Ausblick belohnt. Hier spricht ein Bild mehr als Worte.

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Sonst mache ich an diesem Tag nicht mehr viel, außer dass ich früher anfange einen geeigneten Schlafplatz zu suchen, den ich dann auch finde. Hier kommt dann ab und zu schon ein melancholisches Gefühl auf, dass ich hier ganz allein und verlassen bin.

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Am nächsten Morgen ist das Highlight des Tages ganz klar der Hike des Crouching Lion, den ich trotz Verbotsschild und vielen Warnungen in Angriff nehme. Der Weg wird im letzten Drittel aber dann so gefährlich, (rechts und links ca. hundert Meter runter) dass ich beschließe umzudrehen.

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Das wäre das Risiko nicht wert. Ein weiteres Highlight ist eine selbst gepflückte Kokosnuss, die ich genüsslich austrinke. Die wachsen hier einfach überall.

Mein Gesicht sieht nach der dritten Nacht aus als wäre ich gerade frisch aus der Pubertät, komplett übersät mit Moskito Bissen, die extrem jucken. Heute schaue ich mir die Waimea Falls an, zu denen man zuerst durch einen Park läuft, der fast alle Blumen, Pflanzen und Baumarten der Welt enthält und das sogar beschriftet. Von den eigentlichen Wasserfällen bin ich ein bisschen enttäuscht aber dafür sehe ich noch das Filmset mit den Requisiten eines neuen Films mit Dwain Johnson. Abends jogge ich noch über den Strand und springe ein paar Mal von einer Klippe ins Wasser. Das ist der am besten gelegene Schlafplatz, den ich in der Waimea Bay habe. Direkt in einer kleinen Bucht nur für mich, keine 5 Meter vom Wasser entfernt.

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Ich fahre am nächsten Morgen durch die Stadt, in der das Surfen erfunden wurde und bis an den nördlich-westlichsten Punkt, an dem es leider nicht mehr weitergeht mit dem Moped und ich komplett durch die Insel fahren muss, um auf die Westseite zu gelangen. Insgesamt bin ich jetzt schon 250 Meilen auf diesem Moped gefahren. Ziemlich fertig lege ich mich an den Strand, an dem ich eine Woche davor schon campiert habe. Leider muss ich auf Aufruf die perfekte Stelle verlassen, da ein Cop vorbeikommt und mich freundlich verscheucht. Es ist schon dunkel, ich bin fix und fertig von der langen Fahrt heute und glaube schon gar nicht mehr dass ich eine gute Stelle zum übernachten finde und doch liege ich eine halbe Stunde später unter einem Tisch und werde mit Reggae Musik von dem Radio des Besitzers des Grundstücks auf dem ich liege, in den Schlaf gesungen. Wieder einmal ist etwas Gutes passiert, nachdem ich etwas Negatives erlebt habe.

Am nächsten Tag laufe ich noch zu einem Leuchtturm am westlichsten Punkt der Insel, bei dem ich auf dem Weg dorthin noch einen Seelöwen und ganz viele Vögel rumliegen sehe.

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Danach reicht es mir langsam mit dem Alleinsein. Klar man lernt auf den Touren immer wieder Leute für ein paar Stunden kennen. Die Gespräche allerdings enthalten mehr Smalltalk als wirkliches Gespräch. Wer mehrere Tage Alleinsein noch nie erlebt habt, weiß den Wert einer richtigen Freundschaft gar nicht zu schätzen, glaube ich. Und mir ist in diesen Tagen bewusst geworden, wie sehr wir Menschen auf andere Menschen angewiesen sind. Man kann es fast als Abhängigkeit bezeichnen. Naja, da fahre ich also einsam auf meinem Moped durch die Gegend, wild entschlossen, wieder Richtung Honolulu und Backpackerhostel zu fahren, als ich noch ein letztes Mal an einem Waschhaus am Strand halt mache, um mein Wasser aufzufüllen, als mich plötzlich ein Mann anspricht, ich solle das nicht trinken, worauf ich entgegne, dass ich dieses Wasser aus den Stationen schon seit 2 Wochen trinke. Sofort bittet er mich, ihm zu einem Platz neben dem Haus zu folgen, an dem sehr viele Pavillons direkt am Strand aufgestellt sind und Einheimische in ihren Campingstühlen sitzen, lachen, essen und feiern. Der Mann gibt mir eine gekühlte Cola, einen frisch gefangenen und in Fett gebratenen Fisch und allerlei Knabergebäck. Ich bin so erstaunt von der Gastfreundschaft und kann mein Glück gar nicht fassen und erzähle ihm, dass ich seit einer Woche, ohne Zelt, auf verschiedenen Stränden Oahu übernachtetet habe, was er urkomisch findet. Umgehend werde ich einigen Familienmitgliedern vorgestellt, die mich alle extrem amüsant finden. Also sitze ich eine halbe Stunde später, aufgenommen als neues Familienmitglied, mitten im Getümmel, und bekomme allerlei kulinarisches reingestopft.

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Verrückt, eine halbe Stunde davor will ich noch in die Stadt fahren, weil ich mich allein gefühlt habe und plötzlich sitze ich hier mitten in einer Familie und feier mit ihnen Halloween. Wirkt für ein paar Sekunden fast so , als wäre das meine Familie, bis dann Cypress Hill Musik gespielt wird, die Familienväter ihren Kindern zuschauen und nebenei kiffen und sehr viel Bier getrunken wird. Absolut cool hier dabei zu sein. Da ich nach mehrmaligem bitten, doch hier zu bleiben, um das traditionelle Essen zu probieren, keine andere Wahl habe, bleibe ich, weil ich mich hier echt wohl fühle und außerdem wieder mit essen vollgestopft werde, nach Tagen an denen ich kein anderes Besteck als ein Löffel dabei hatte und es manchmal morgens zum Frühstücke Thunfisch aus der Dose auf Weißbrot gab. Jetzt fragt ihr euch sicherlich, wie kann der ne Dose mit dem Löffel aufmachen. Hahah , dafür hab ich extra ein Youtoube Tutorial angeschaut. Was man beim Reisen alles an überlebenswichtigem lernt. Aufjedenfall war der Abend dort sehr witzig, nach mehreren Bieren und vollem Magen, um dann auf einem Feldbett von ihnen einschlafen zu können. Eine wahre Wohltat nach den Nächten auf der Isomatte mit einer Plane über mir darüber, da ich nicht extra ein Zelt für so eine kurze Zeit kaufen wollte.

So endet mein 7 Tages-trip mit dem Moped bei dieser Familie, Delphinen die am nächsten Morgen vom Ufer aus zu sehen sind und einem kompletten Regenbogen über dem Meer. Ende gut alles gut.

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Die nächsten Tage werde ich mich mit Jens treffen, einem anderen Deutschen, den wir bei dem West-Coast-Trail kennengelernt haben. Wir werden zusammen den meist gehyptesten Hike auf Hawaii namens „stairway to heaven“ machen, eventuell mit Haien schwimmen und skydiven. Aber ich will mal nichts versprechen.

Das wars vorerst von mir und nehmt mir die Rechtschreibfehler nicht übel. Mit dem Handy einen Blog zu verfassen ist extrem Zeitintensiv und außerdem gibt es hier viel zu viel zu erleben, als dass ich Zeit fürs Korrekturlesen habe.

Wünsch euch nen angenehmen Tag!

Malaho

2 thoughts on “Abenteuerliche Inselrundfahrt mit Höhen und Tiefen…

  • Martin Coenen

    Hallo Florian, auch wenn wir uns persönlich nicht kennen ( ich habe Ferry für seinen Einsatz im Kletterwald ausgebildet und bin der Papa von seinem Chef ), lese ich immer wieder begeistert, interessiert und ein wenig neidig Euren Blog und amüsiere mich königlich über Eure Erlebnisse und die packende Schreibweise.
    Weiter so … Ich freue mich auf Euren nächsten Beitrag !

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    • Florian Wenk

      Danke für dein nettes Feedback Martin, Freut uns wenns dich unterhält und inspiriert, dann wissen wir dass wirs nicht umsonst machen 🙂 wir werden und bald wieder melden.

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